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29.04.2021

Kräuter richtig lagern und konservieren

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Es grünt so grün

Sommerzeit ist auch Gartenkräuterzeit. Alles beginnt nun zu wachsen und zu blühen und vor allem frische Kräuter kommen wieder auf den Tisch. Auch im Supermarkt wird die Auswahl an frischen Kräutern wieder größer. Das ist der große Vorteil des sich anbahnenden Sommers. Im Winter müssen wir auf das etwas kleinere Kräuterangebot im Supermarkt zurückgreifen. Doch wer jetzt schon gut plant, kann auch noch im Winter mit den eigenen Kräutern seine Gerichte verfeinern und ihnen den richtigen Kräuter-Kick geben. Wie ihr eure Kräuter richtig lagert oder gar haltbarer macht, zeigen wir euch in diesem Artikel.

Wichtiges vorweg

Bevor es an die Arbeit geht, solltet ihr ein paar Dinge wissen und beachten.

1.  Obacht beim Einkaufen und Ernten:
Nur gesunde Kräuter sollten verarbeitet und konserviert werden. Gelbe oder welke Blätter müssen entfernt werden. Kräuter, welche schon langsam etwas schmierig werden, können direkt entsorgt werden und eignen sich nicht zur Weiterverarbeitung.
2.  Aromen verfliegen:
Nach der Ernte oder dem Kauf der Kräuter sollten diese auch schnell verarbeitet werden, damit sie nicht ihre Aromen verlieren.
3.  Kräuter sind keine Schnittblumen:
Nur wenige Kräuter eignen sich für eine kurzfristige Aufbewahrung im Wasserglas. Bestenfalls greift ihr gleich auf die im Artikel beschriebenen Aufbewahrungsformen zurück.
4. Kräuter richtig hacken:
Wir empfehlen das Hacken von Kräutern mit einem Kräutermesser. Kräuter lassen sich am besten hacken, wenn sie feucht sind, deshalb sollten sie vor dem Hacken einmal abgewaschen werden. Die Blätter z.B. von krauser Petersilie werden nun von den Stängeln abgezupft. Mit der einen Hand werden die abgezupften Blätter etwas zusammengedrückt und mit der anderen Hand wird das Messer geführt. Für Kräuter eignet sich der Schwingschnitt. Dabei setzt man mit der Spitze des Messers an und lässt nun die Klinge nach hinten, also zum Messergriff abrollen. Dies wiederholt man so häufig, bis die Kräuter die gewünschte Feinheit haben. Anschließend gibt man die Kräuter in ein Küchentuch und wringt sie aus. Der ausgetretene Saft, z.B. von der Petersilie, kann gut aufgefangen werden und mit Salz, Pfeffer und Olivenöl ergänzt werden. So habt ihr ein schnelles Salatdressing gewonnen.  ;-)

Luftgetrocknet oder tiefgefroren?

Um die vollen Aromen der einzelnen Kräuter auch noch zu einem späteren Zeitpunkt genießen zu können, gibt es verschiedene Methoden. Wir unterscheiden die Aufbewahrung im Kühlschrank oder im Gefrierfach sowie die Konservierung durch Trocknung oder Beigabe von Öl oder Essig.

  • Aufbewahrung im Kühlschrank

Diese Aufbewahrungsmethode kann die Frische der Kräuter um ca. zwei Wochen verlängern. Dafür sollten die Kräuter nicht gehackt oder gezupft werden und in ein feuchtes Tuch gewickelt oder mit etwas Wasser besprenkelt und in eine Mehrwegdose gelegt werden. Empfindlichere Kräuter wie Pfefferminze, Schnittlauch, Petersilie, Liebstöckel oder Zitronenmelisse halten sich so bis zu vier Tage frisch. Robustere Kräuter wie Rosmarin, Salbei und Thymian bleiben sogar bis zu zehn Tage frisch.

  • Aufbewahrung im Gefrierfach

Wer sich für die Lagerung der Kräuter im Gefrierfach entscheidet, kann noch in einem Jahr frische Kräuteraromen genießen.
Die Kräuter können dafür auf die gewünschte Feinheit gehackt und einfach in Gefrierbeutel gefüllt werden. Fertig.
Sehr praktisch ist die Portionierung im Eiswürfelbehälter. Hierfür einfach die gehackten Kräuter in die Eiswürfelmulden geben, mit etwas Wasser auffüllen und gefrieren lassen und schon habt ihr eure eigenen Kräuterwürfel. Ganz nach eurem Geschmack könnt ihr eure eigenen Kräutermischungen erstellen oder die Kräuter sortenrein einfrieren. Werden die gefrorenen Kräuter beim Kochen verwendet, ist es wichtig, diese erst zum Ende des Kochvorgangs hinzuzufügen. So behalten sie ihre Aromen und gehen nicht während des Kochens verloren.
Wer Kräuter auch dekorativ verwenden möchte, sollte auf Kräuter an Stielen wie Thymian, Lorbeer oder Rosmarin zurückgreifen. Dafür werden die ganzen Stiele einfach auf einen Teller gelegt und dieser ins Gefrierfach gestellt, so behalten sie ihre Form. Auch Kräutersträußchen können gebunden und im Ganzen eingefroren werden.
Für die Aufbewahrung im Gefrierfach eignen sich vor allem Kräuter wie Salbei, Liebstöckel, Koriander, Dill, Oregano, Fenchelblätter, Estragon, Schnittlauch oder Kerbel. Auch Petersilie ist geeignet, hier sollte auf die glatte Petersilie zurückgegriffen werden, diese hat nach dem Einfrieren noch mehr Aroma als die krause Petersilie. Wer Basilikum liebt und gern das volle Aroma und die schöne grüne Farbe behalten möchte, sollte hier auf das Zerkleinern verzichten. Lieber die Blätter einzeln abzupfen und im Ganzen einfrieren. So laufen die Blätter nicht braun an und schmecken aufgetaut noch genauso lecker, wie zuvor.

  • Konservierung durch Trocknung

Ein sehr altes und traditionelles Verfahren, um Kräuter haltbar zu machen, ist das Trocknen. Für diese Konservierungsmethode eignen sich besonders gut: Rosmarin, Thymian, Lorbeer, Liebstöckel, Bohnenkraut, Minze, Beifuß, Zitronenmelisse und Majoran. Nicht so gut geeignet sind unter anderem Basilikum, Borretsch und Petersilie.
Wie geht‘s? Ganz einfach!
Erst die Kräuter vorsichtig ausschütteln oder mit einem Tuch säubern. Auf das Waschen mit Wasser sollte hier verzichtet werden, da dies den Trocknungsprozess verlängert und die Aromen der Kräuter dadurch gemildert werden. Nun die Kräuterzweige zu kleinen Sträußen binden (nicht mehr als 10 Zweige). Diese werden nun kopfüber aufgehängt. Der beste Ort dafür ist warm, luftig, trocken und lässt keine direkte Sonneneinstrahlung zu. Nach ca. 1-2 Wochen sind die Kräutersträuße getrocknet. Wer keine zwei Wochen warten möchte, kann mit seinem Backofen nachhelfen. ;-) Die Kräuterzweige werden dafür auf einem Backblech verteilt und bei 30°C im Ofen erhitzt. Damit die Feuchtigkeit der Kräuter entweichen kann, sollte die Ofentür einen Spalt geöffnet sein. Dafür kann zum Beispiel ein Holzlöffel zu Hilfe genommen werden. Abhängig von der Ofenleistung und der Frische der Kräuter lässt sich die Dauer nur durch Probieren herausfinden. Die Kräuter sind fertig getrocknet, wenn ein Blatt zerbröselt, sobald es zwischen den Fingern gerieben wird. Mit einer Trocknungszeit von drei Stunden kann aber schon gerechnet werden. Die getrockneten Kräuter sollten luftdicht, trocken und dunkel gelagert werden, so können sie bis zu einem Jahr lang halten. Werden getrocknete Kräuter beim Kochen verwendet, sollten sie bereits während des Kochvorgangs mit in den Topf wandern, damit sie ihr volles Aroma entfalten. Getrocknete Kräuter können hervorragend mit eurem Lieblingssalz vermengt werden. Hübsch verpackt ist es das perfekte Mitbringsel zu jeder Grillparty.

  • Konservierung durch Öl und Essig

Viele Kräuter können nicht nur getrocknet oder durch Einfrieren haltbar gemacht werden. Auch die Beigabe von Öl oder Essig kann zur Konservierung genutzt werden. Sehr gut dafür geeignet sind Basilikum, Oregano, Thymian und Salbei.
Das Einzige, was ihr braucht, sind frische Kräuter, ein gutes Öl oder einen guten Essig und natürlich Flaschen oder Gläser mit Verschluss. Wenn ihr ein Kräuteröl herstellen möchtet, solltet ihr die Kräuter ein wenig hacken, sodass die Kräuteraromen besser ans Öl abgegeben werden können. Wer gern einen Kräuter-Essig ansetzen möchte, sollte die Blätter der Kräuter vorher nicht behandeln und im Ganzen lassen. Ihr füllt nun einfach eure Kräuter ins gewünschte Behältnis und gießt sie mit Essig oder Öl auf. Die Kräuter müssen dabei von der Flüssigkeit bedeckt sein. Auch hier sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt und ihr könnt weitere tolle Zutaten wie Knoblauch, Chilischoten oder Pfeffer hinzufügen. Ein leckeres Kräuteröl oder ein leckerer Kräuteressig sind häufig das i-Tüpfelchen für ein Salatdressing und eignen sich besonders zum Verschenken.

Ob als Kräutereiswürfel, getrocknet als Sträußchen oder getaucht in Öl, jede Methode hat ihre Reize und jedes Mal lernt man eine neue Aromavielfalt der einzelnen Kräuter kennen. Natürlich haben wir euch auch noch ein paar schmackhafte Monsieur Cuisine Rezepte rausgesucht, mit welchen ihr eure Lieblingskräuter in köstliche Leckereien verwandelt.
Habt‘ viel Spaß beim Ausprobieren und Genießen der Kräutervielfalt.

© © NGV mbH, Foto: Klaus Arras
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Rezept von
Monsieur Cuisine
Knackig-frisches Kräuter-Relish
MC plus
3 Gläser
Einfach
Fertig in: 96:45 Std.
Zubereitungszeit: 45 Min.
Knackig-frisches Kräuter-Relish
© © NGV mbH
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Rezept von
Monsieur Cuisine
Kräutersalz
MC plus
4 Gläser
Einfach
Fertig in: 3:10 Std.
Zubereitungszeit: 10 Min.
Kräutersalz
© © NGV mbH, Foto: TLC Fotostudio
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Rezept von
Monsieur Cuisine
Vegane Kräutercreme
MC plus
1 Glas
Einfach
Fertig in: 2:15 Std.
Zubereitungszeit: 15 Min.
Vegane Kräutercreme
© © NGV mbH, Foto: TLC Fotostudio
Hallo, das ist ein CookingPilot-Rezept!
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Kräuterbutter
MC connect
10 Portionen
Einfach
Fertig in: 0:10 Std.
Zubereitungszeit: 10 Min.
Kräuterbutter
© © NGV mbH
Hallo, das ist ein CookingPilot-Rezept!
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Pistou
MC connect
1 Glas
Einfach
Fertig in: 0:05 Std.
Zubereitungszeit: 5 Min.
Pistou